Sind Axolotl in der Wildnis ausgestorben? – Alle Fakten

Axolotl zählen zu den bedrohten Tierarten, schon jetzt gibt es nicht mehr viele in ihrer Heimat. Aber warum sind Axolotl so bedroht und was wird getan, um ihre Population zu erhalten?

Wo leben Axolotl und warum sterben sie aus?​

Axolotl leben in der Wildnis in einem sehr begrenzten Gebiet, den Xochimilco-See und im benachbarten Chalco-See, in Mexico-City.

Heutzutage sind die Axolotl vom Aussterben bedroht und ihre Art steht auf der Roten Liste, da ihre Populationszahlen immer weiter schrumpfen. Dies liegt vor allem an der Zerstörung ihres Lebensraums durch das Wachstum von Mexico-City.
Der Chalco-See wurde vollständig trockengelegt und der Xochimilco-See besteht zum größtenteils nur noch aus Kanälen. Die Wasserqualität in Xochimilco-See hat in den letzten Jahrzehnten abgenommen und der Axolotl ist besonders anfällig für Umweltverschmutzungen, da er Gifte leicht über seine Haut aufnehmen kann.
Auch wurden einige Arten ausgewildert die im Xochimilco-See nicht heimisch sind, darunter auch Buntbarsche und Karpfen, beide Fische fressen die Axolotl-Larven und sorgen so für einen Rückgang der Population.
Die Axolotl können nicht wie andere Amphibien, Frösche z.B. einen anderen See aufsuchen und dort weiterleben.
Das Aussterben der Axolotl würde weitreichende Folgen für das Ökosystem im und um den See haben. Die größeren Fische und Vögel, die den Axolotl jagen und sich von ihm und seinen Larven ernähren, müssten eine neuen Nahrungsquelle finden. Die Beute des Axolotl, wie Schnecken und Würmer können sich ungehindert fortpflanzen und so das Ökosystem aus dem Gleichgewicht bringen.

Wie viele Axolotl gibt es noch in 2020?

Geschätzt leben noch ungefähr 700 bis 1200 Tiere in freier Wildbahn, als Haustiere dagegen sind sie ein relativ beliebtes Tier. Schon seit dem 19. Jahrhundert werden Axolotl als Haustiere und in Laboren gehalten.

Was wird unternommen, um die wilden Axolotl zu retten?​

In 1987 wurde der Stadtbezirk Xochimilco und der See als Weltkulturerbe ernannt und es gibt verschiedene Ansätze, um die Axolotl zu retten.

Die beste Möglichkeit besteht darin den Lebensraum der Axolotl wieder herzustellen, damit sich die Populationen erholen können. Dazu zählt unter anderem eine Verbesserung der Wasserqualität, der Wiederherstellung des Xochimilco-See als See anstatt Kanälen und der Reduzierung der invasiven Fische, die die Larven des Axolotl fressen. Im Xochimilco-See sind verschiedene Axolotl-Schutzgebiete im Bau, die die eingeführten Fische mithilfe von Holztoren aussperren.

Auch wird überlegt im Labor gezüchtete Axolotl wieder auszuwildern, um die wilden Axolotl so vor dem Aussterben zu retten. Allerdings gehen damit einige Gefahren einher. Die ausgewilderten Axolotl könnten die genetische Variabilität verringern und den Chytridpilz in der Wildpopulation ausbreiten. Der Chytridpilz ist ein Tröpfchenpilz und befällt Amphibien, wodurch er die Krankheit „Chytridiomykose“ auslöst. Kranke Tiere weisen oft Hautveränderungen auf und sind apathisch, oft hören sie auf zu fressen. Ein Ausbruch des Chytridpilzes würde der sowieso schon geringen Wildpopulation starken Schaden zufügen, deswegen wurden bis jetzt keine gezüchteten Axolotl wieder ausgewildert.

Eine ganz andere Herangehensweise ist es dagegen die Population in Zoos und Aquarien auf der ganzen Welt stabil und mit möglichst hoher genetischer Diversität zu halten. So könnte man eine neue Axolotl Population in der Wildnis gründen, wenn ihr Lebensraum wiederhergestellt ist und dem Aussterben der Spezies so entgehen.

Fazit

Die Bemühungen die wilden Axolotl vor dem Aussterben zu retten ist ein Rennen gegen die Zeit und momentan sieht es nicht so aus als würden die Axolotl gewinnen. Die Population ist in den vergangenen Jahren schon stark geschrumpft und es ist fraglich, ob die Bemühungen zum Schutz des Axolotl ausreichen, um sein Aussterben in der Wildnis zu verhindern. Auch im Anbetracht des Klimawandels, der den Xochimilco-See zu warm für die Axolotl machen könnte, sieht die Zukunft nicht gut für sie aus.

Darum kann es sein das es in Zukunft Axolotl nur noch in heimischen Aquarien, Zoos und Forschungslaboren gibt.

12 spannende Axolotl Fakten
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