Kann man Axolotl mit Schildkröten halten? – 4 Gründe warum sie nicht zusammen passen

Vielleicht hast du dich schon gefragt, ob man Axolotl und Wasserschildkröten gemeinsam in einem Aquarium halten kann. Schließlich sind beide Tiere aquatisch und man findet Wasserschildkröten oft beim Schwimmen oder sie genießen entspannt die Wärme einer Lampe.
Deswegen scheint eine Vergesellschaftung auf den ersten Blick keine schlechte Idee zu sein.

Leider gibt es einige wichtige Punkte in der Haltungsweise und im Verhalten, die dafür sorgen, dass Axolotl und Wasserschildkröten auf keinen Fall zusammengehalten werden sollten.
Alleine die Ansprüche an die Wassertemperatur führen dazu, dass Wasserschildkröten und Axolotl nicht im selben Becken gehalten werden können.

4 Gründe, warum man Schildkröten und Axolotl nicht zusammen halten kann

1. Die Wassertemperatur

Axolotl sind Kaltwassertiere und ihre ideale Wassertemperatur liegt bei 12 bis 20 °C. Sie sollten nie längere Zeit in Wasser sein, das 23 °C oder wärmer ist, das kann bei ihnen zu langfristigen Schäden führen und stresst sie stark.
Die meisten Wasserschildkröten stammen dagegen aus warmen oder tropischen Gebieten. Deswegen benötigen sie durchschnittlich eine Wassertemperatur von 22 bis 25 °C.
Die Chinesische Dreikielschildkröte fühlt sich sogar erst bei 25 bis 28 °C in den Sommermonaten wohl.

Etwas kälter mag es dagegen die Tropfenschildkröte, im Winter braucht sie Wassertemperatur von 16 bis 18 °C, bei denen sich auch ein Axolotl wohlfühlen würde. Im Sommer dagegen braucht diese Schildkrötenart auch Wassertemperatur um die 20 bis 22 °C.

Da die Wassertemperatur ein wichtiger Faktor in der Gesundheit von Axolotl ist, kann man Axolotl nicht mit Tiere vergesellschaften, die höhere Temperaturen benötigen, wie z.B. Wasserschildkröten.

2. Licht

Ein weiterer Faktor, der bei Axolotl und Wasserschildkröten nicht übereinstimmt, sind die unterschiedlichen Ansprüche an die Belichtung.
Da der Heimat-See der Axolotl stark bewachsen ist und sie sich häufig in Bodennähe aufhalten, bevorzugen sie schwaches Licht und reagieren schnell mit Stress auf eine zu starke Belichtung

Wasserschildkröten dagegen bevorzugen eine starke Belichtung, besonders wichtig für sie ist es, dass das Licht auch UV-Strahlen enthält. Die UV-Strahlen benötigen die Schildkröten für die Vitamin D Synthese, damit sie Kalk in ihren Panzer einlagern können.

Und da Wasserschildkröten wechselwarme Tiere sind, ist eine ihrer Lieblingsbeschäftigung sich unter einer warmen Lampe zu sonnen.
Auch in dieser Haltungsbedingung haben Axolotl und Wasserschildkröten also gegensätzliche Bedürfnisse.

3. Potenzielle Verletzungen

Eine zusätzliche Gefahr für den Axolotl sind Verletzungen durch die Schildkröte. Wasserschildkröten neigen dazu zuzubeißen, wenn sie sich bedroht fühlen und da Axolotl im Gegensatz zu Schildkröten keinen Panzer oder ähnlichen Schutz haben, können sie dadurch ernsthafte Verletzungen davontragen.

Auch sind manche Schildkrötenarten territorial und beißen, um andere Tiere aus ihrem Gebiet zu verjagen. Dieses Verhalten kann bei Axolotl auf Unverständnis treffen, da sie nicht territorial sind und so das Risiko besteht, dass sie wiederholt von der Schildkröte gebissen werden, weil sie ihr zu nah kommen. 

Zusätzlich könnten einige Schildkrötenarten Axolotl als Beute ansehen, besonders wenn er noch nicht sehr groß ist.

Je nach Art sind Wasserschildkröten karnivor, also rein fleischfressend oder omnivore, fressen also sowohl Pflanzen als auch Fleisch.
Erwachsene Chinesische Dreikielschildkröte fressen z.B. hauptsächlich Pflanzen, ihre Jungtiere dagegen ernähren sich noch sehr karnivor, bis sie größer werden. 

Die Tropfenschildkröte ist dagegen in jedem Lebensalter ein omnivor. Sie ernährt sich von Algen, Wasserpflanzen, Insekten und Schnecken. 

Die Kiemen der Axolotl können dabei schnell auf dem Speiseplan der Schildkröte landen.

4. Gefahr von Verstopfung

Eine weitere Situation, in der sich der Axolotl verletzen könnte, ist wenn er versucht kleine Schildkröten zu fressen

Axolotl schnappen reflexartig nach allem, was vor ihr Maul schwimmt, allerdings können sie den Panzer der Schildkröte nicht verdauen oder sich daran schon bei dem Versuch sie herunterzuschlucken verletzten.

Dabei sind frisch geschlüpfte Schildkröte je nach Art nur 1 bis 2 cm groß und fallen so schnell in das Beuteschema von Axolotl.

Fazit

Axolotl und Wasserschildkröten sollte man nicht in einem Aquarium halten. Beide sind faszinierende Tiere, aber ihre Haltungsbedingungen sind zu verschieden als, dass man sie zusammen halten könnte. Zusätzlich besteht auch die Gefahr, dass der Axolotl von der Schildkröte ernsthaft verletzt wird.

Axolotl hält man am besten alleine oder mit anderen Axolotl zusammen, wenn du trotzdem noch andere Tiere in deinem Axolotl-Becken halten möchtest, dann sind Zwerggarnelen und Schnecken eine gute Wahl. Hier findest du einen Artikel über die Haltung von Axolotl mit Zwerggarnelen und mit Schnecken.

12 spannende Axolotl Fakten
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