Wie funktioniert die Regeneration beim Axolotl? – Alle spannenden Details!

Es gibt einige Tiere, die die Fähigkeit haben Teile ihres Körpers nachwachsen zu lassen, aber unter den Amphibien ist der Axolotl mit seinen Regenerationsfähigkeiten doch ein Extremfall. Er kann sowohl seine Gliedmaßen als auch Teile von komplexen Organen wie Augen, Herz, Gehirn und Kiemenäste regenerieren.

Was kann ein Axolotl alles regenerieren?

Axolotl können fast alle Teile ihres Körpers regenerieren, neben ihren Gliedmaßen und Kiemenästen, auch Teile ihrer Augen, Herz, Lunge, Eierstöcke, Rückenmark und sogar Teile ihres Gehirns. Teile ihrer Herzventrikel können sie in 30 bis 60 Tagen nachwachsen lassen. Und dabei heilen die Wunden des Axolotl auch noch ohne Narben zu bilden.

Können Axolotl ihren Kopf nachwachsen lassen?

Axolotl können bis zu einem drittel ihres vorderen Teils des Gehirns, dem Telencephalon regenerieren. Aber ein stark beschädigtes Gehirn oder ihren ganzen Kopf können auch Axolotl nicht nachwachsen lassen.

Wie läuft die Regeneration eines Gliedmaßen ab?

Wenn ein Axolotl z.B. ein Bein verloren hat gerinnen die Blutplättchen, um die Blutung zu stoppen.  Dann wächst eine Zellschicht, die Wunde-Epidermis, die die Wunde bedeckt und es bildet sich ein Blastem. Es wird vermutet das Knochen-, Knorpel- oder Muskelzellen sich zu Blastemzellen entwickeln. Eine Blastemzelle die früher eine Muskelzelle war kann verschiedene Muskelzellen bilden, aber keine andersartigen Zellen, wie Knochen- oder Knorpelzellen.
Die Blastemzellen teilen sich und bilden so nach und nach eine Kopie des verlorenen Beins.

Die genauen Mechanismen, wie der Axolotl es schafft so viele Teile seines Körpers zu regenerieren werden noch erforscht. Dabei wird auch das Genom der Spezies sequenziert, das ca. zehnmal größer ist als das eines Menschen und damit zu einem der größten bis jetzt sequenzierten Tiergenomen gehört.

Wie lange dauert es bis ein Axolotl Gliedmaßen regeneriert hat?

Bis zur vollständigen Regeneration braucht ein junger Axolotl für ein Bein zwischen 40 und 50 Tage.

Axolotl können ihre Gliedmaße bis zu 5 Mal regenerieren, danach wachsen sie meist nicht mehr nach. Umso älter ein Axolotl wird, desto schlechter wird seine Regenerationsfähigkeit.

Was sollte man tun, wenn ein Axolotl verletzt ist?

Verletzungen bei einem Axolotl kommen meist von Artgenossen oder Fischen, wenn man sie mit dem Axolotl zusammen hält. Vor allem junge Axolotl neigen zu kannibalistischem verhalten und beißen zwischendurch in die Beine oder Kiemenäste ihrer Artgenossen. Die Wahrscheinlichkeit das sich Axolotl gegenseitig verletzten kann man verringern, indem man darauf achtet, dass sie genügend Verstecke und Platz im Aquarium haben.

Wenn der Axolotl Wunden hat oder eines seiner Gliedmaßen oder Kiemenäste gebissen wurde, heilen diese Wunde in der Regel ohne Probleme und die Gliedmaßen wachsen nach, solange sich die Verletzung nicht infizieren.
In so einem Fall sollte das verletzte Tier am besten einzeln gehalten werden, damit es sich in Ruhe erholen kann und keinen weiteren Stress ausgesetzt ist. Dabei sollte man darauf achten, dass das Wasser sauber ist, damit sich die Wunde nicht infiziert. Auch sollten die Temperaturen möglichst kühl gehalten werden, da sich der Axolotl so am besten regenerieren kann.

Gibt es Tiere mit noch größeren Regenerationsfähigkeiten als Axolotl?

Vielleicht kann man es sich schwer vorstellen, aber es gibt tatsächlich Tiere die noch mehr Teile ihres Körpers regenerieren können als der Axolotl.

Dazu zählen unter anderem Zebrafische, Strudelwürmer und Süßwasserpolypen. Erwachsene Zebrafische können dabei ähnlich wie Axolotl komplexe Organe regenerieren, dazu zählen Teile des Gehirns, Herz und Nieren. Auch können sie Bereiche des Rückenmarks, der Netzhaut und alle ihre Flossen nachwachsen lassen.

Strudelwürmer gehen noch einen Schritt weiter. Sie können in mehr als 200 kleine Stücke geschnitten werden und aus jedem Stück wächst wieder ein komplett neuer Wurm heran.
Süßwasserpolypen dagegen können beschädigte Nervenzellen ersetzen, was eine einzigartige Fähigkeit ist, die bis jetzt bei keinem anderen Tier gefunden wurde und auch bei der Regeneration von anderen teilen ihres Körpers bildet sich kein Narbengewebe.

Eine weitere Besonderheit der Süßwasserpolypen ist das ihre Wahrscheinlichkeit zu sterben nicht mit höherem Alter ansteigt, dadurch das die Süßwasserpolypen anscheinend nicht altern, könnte es sein das sie bis zu 1400 Jahre oder viel älter werden können.

Fazit

Die Regenerationsfähigkeit von Axolotl ist wirklich erstaunlich und wenn wir in fernen Zukunft einen verlorenen Arm oder ein Organ nachwachsen lassen können, dann haben wir unter anderem auch den Axolotl dafür zu danken.

Neben der Erforschung wie man Rückenmarksverletzungen heilen kann, kann der Axolotl auch in der Krebsforschung helfen, da es sehr Krebs resistente Tiere sind. Es bleibt also spannend was wir vom Axolotl noch alles lernen können.

12 spannende Axolotl Fakten
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